Vor einem Monat hat Alfonso Portillio bei seinem Amtsantritt aufhorchen lassen. Vor internationaler Presse kündigte der neue Präsident Guatemalas für das mittelamerikanische Land geradezu revolutionäre Maßnahmen an. Wie ernst es dem politischen Ziehsohn des einstigen Diktators Ríos Montt ist, sollte am Mordfall Bischof Gerardis deutlich werden, an dem seit zwei Jahren ermittelt wird. Zwar hatte Portillio frischen Wind – interne Ermittlungen im Militär – angekündigt. Doch nun wurde erneut Mario Orantes verhaftet. Der Priester hatte als Erster den ermordeten Verteidiger der Menschenrechte aufgefunden und bereits Monate ergebnislos in Untersuchungshaft zugebracht. Es ist eben leichter, den Bischof in die Nähe einer homosexuellen Affäre zu rücken, als jene preiszugeben, die seine Stimme der Wahrheit nicht ertragen konnten.