Manchmal wissen Eltern gar nicht, was ihre Kinder gerade bewegt. Rituale helfen mit den Kindern ins Gespräch zu kommen.
- Nach den Mahlzeiten noch eine Weile am Tisch sitzen bleiben und nicht gleich abräumen, damit alle ausreichend Gelegenheit haben zu erzählen. - Nachmittags, möglichst immer zur gleichen Zeit, eine Kakao-, Kaffee- oder Tee-Zeremonie einplanen und so signalisieren: Ich habe Zeit und Lust zu reden. Ich sitze hier gemütlich. Wenn einer kommt: gut. Wenn keiner kommt, auch gut. Keinen Druck ausüben nach dem Motto: „Wenn ich schon auf dich warte, dann ...“ - Regelmäßige Spaziergänge – solange die Kinder das wollen – fördern das lockere Miteinander. In entspannter Atmosphäre ergeben sich oft gute Gespräche. - Regelmäßig Geschichten erzählen oder vorlesen, auch biblische Geschichten. Viele Fragen, die Kinder beschäftigen, sind darin verpackt; hier können sie Antworten finden. - Abends noch eine Weile beim Bett sitzen und von den eigenen Tageserlebnissen berichten. Keinen Druck machen. Nicht fragen „Und wie war dein Tag?“, sondern abwarten. Werden sie in Ruhe gelassen, dann berichten Kinder meist ganz gerne von ihrem Tagesgeschehen. Aus eigenem Antrieb erzählen, das macht einfach mehr Freude.
Toni Fiung ist Familienseelsorger der Diözese Bozen-Brixen