Ausgabe: 2000/08, Wien, Genf,USA, Israel, England, Afrika
22.02.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
- Zwei Kardinäle Wien. Ihre Sorge um das Miteinander haben die Kardinäle Franz König und Christoph Schönborn in einer gemeinsamen Erklärung zur Situation in Österreich geäußert. „Wir sorgen uns aber auch, dass die Auseinandersetzungen um Österreich den Weiterbau des europäischen Hauses gefährden könnten. Hier wie dort sind Gräben in einer Tiefe sichtbar geworden, die für überwunden galt.“ Das Gespräch sei notwendiger denn je – und mit ihm der Verzicht auf Verdächtigungen und Unterstellungen. Im Wissen um die bittere Last der Geschichte, müssten die Sorgen ernst genommen werden. In ihrer Überzeugung, „dass die Kräfte der Versöhnung stärker sind als Zwietracht“, äußern die Kardinäle die Bereitschaft der Kirche, ihren Beitrag zu leisten.
- Besorgnis Genf. Die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) hat die „Besorgnis der ganzen ökumenischen Gemeinschaft in Europa“ gegenüber Österreich zum Ausdruck gebracht. Man müsse sich „ernsthaft Gedanken darüber machen“, dass in einer modernen europäischen Demokratie und in einem EU-Mitgliedsstaat „eine politische Bewegung mit Einstellungen, die Gerechtigkeit, Frieden und Menschenrechte dermaßen bedrohen, eine solche öffentliche Legitimation erfahren konnte“, heißt es in dem von Generalsekretär Keith Clements unterzeichneten Schreiben.
- „Abschiebung“ Wien. Als „heuchlerisch“ hat der Deutsche Theologe Eugen Drewermann die Kritik aus Deutschland wie aus ganz Europa an der Regierungsbildung in Österreich eingestuft. Staaten hätten ein Recht zur Kritik, wenn sie selbst ein „gutes Beispiel“ geben würden. In Wirklichkeit verwende man mit dem im Deutschen Bundestag geborenen Begriff der „Abschiebung“ ein „faschisti-sches Wort“ im Umgang mit Asylanten, beklagte Drewermann. Kampagne für den SonntagHannover. Unter dem Titel „Ohne Sonntag gibt‘s nur noch Werktage“ hat die evangelische Kirche Deutschlands eine landesweite Kampagne. Mit Plakaten, Fernseh- und Kinospots, Inseraten und Aufklebern wird für den Sonntag als Ruhe- und Besinnungstag geworben.
- Todesstrafe. US-Präsident Bill Clinton hat ein landesweites Moratorium bei der Vollstreckung von Todesurteilen abgelehnt. Im Bundesstaat Illinois wurde die Vollstreckung von Todesurteilen vorläufig ausgesetzt, nachdem sich im Zeitraum von zwei Jahrzehnten 13 Todeskandidaten als unschuldig erwiesen haben.
- Spannungen. Nach der Unterzeichnung eines Grundlagenvertrages zwischen der palästinensischen Autonomieverwaltung und dem Vatikan zeigt sich das israelische Außenministerium „schockiert“. Das Abkommen stelle eine direkte Einmischung in die Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern dar.
- Westminster. Cormac Murphy-O’Connor wurde zum katholischen Erzbischof von Westminister ernannt, der wichtigsten katholischen Di-özese in England. Der 67-jährige Bischof, er gilt als Reformer, tritt die Nachfolge des verstorbenen Kardinals Basil Hume an.
- Kongo–Zaire. Ihre Sorge über das Schicksal von Erzbischof Emmanuel Kataliko hat die „Weltorganisation gegen die Folter“ geäußert. Diesem wird seit einer Woche von den mit Ruanda verbündeten Rebellen die Rückkehr in seine Bischofsstadt Bukavu verwehrt.n Grabtuch. Zum Heiligen Jahr wird in Turin das Grabtuch vom 26. August bis 22. Oktober ausgestellt. Um das Warten vor dem Dom abzukürzen, können sich Pilger per Internet anmelden. Unter www.sindone.org können der gewünschte Tag und die Stunde vorgemerkt werden.