Vor dem Hintergrund der blutigen Zwischenfälle in Kosovska Mitrovica hat die serbisch-orthodoxe Kirche neuerlich auf die dramatische Lage der Nichtalbaner im Kosovo verwiesen. In Prizren lebten etwa von den 10.000 Serben heute nur mehr 70 in ihren Häusern, berichten die Mönche des Klosters Decani. Im Priesterseminar von Prizren, ein von KFOR-Soldaten bewachtes Refugium, sind weitere 200 Menschen untergebracht. Sie gehören verschiedenen Volksgruppen an: Serben, slawische Muslime, Roma, Türken und von der UCK als „Kollaborateure“ denunzierte Albaner, die Familienangehörige in Serbien haben. Die Decani-Mönche weisen darauf hin, dass diese Flüchtlinge quasi „unter Hausarrest“ leben müssten. Verantwortlich für die Betreuung der Flüchtlinge seien zwei Priester.Auch das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge bezeichnet die jüngste Entwicklung als „entmutigend“. Als „Besorgnis erregend“ wurde auch die Flucht von vorwiegend muslimischen Nicht-albanern bezeichnet. Internationale Hilfsorganisationen schätzen die Zahl der Flüchtlinge in Jugoslawien auf etwa 450.000. Dazu kommen noch 250.000 Kosovo-Vertriebene. Behörden in Belgrad gehen von rund 800.000 Flüchtlingen und Vertriebenen aus. Die Mehrheit lebt in äußerst elenden Verhältnissen, in aufgegebenen Schulen oder Sporthallen.