Ab und zu bleibt nachmittags Zeit zum „Zappen“ durch die Fernsehkanäle. Da trifft man nicht nur auf „Reiche und Schöne“ in seichten Endlos-Serien, sondern in Talk-Sendungen auf die schrägsten Vögel und schrillsten Typen aus dem wirklichen Leben. Die Rede ist in erster Linie von deutschen TV-Sendern (in ähnlichen österreichischen Sendungen geht es meist ruhiger zu). Die Geladenen dürfen ungeschützt ihre Meinungen kundtun. Man wird Zeuge flegelhaftester Wortgefechte. Die Talk-Sendungen hätten einen gewissen Unterhaltungswert, wenn nicht Menschen mit ihren Schicksalen dahinter stünden. Sie breiten bereitwillig ihr Privatleben aus und geben Einblick in ein Gefühls-/Leben, das sehr oft von Chaos und Unvermögen geprägt ist. Das geht schon deshalb weit über die Grenzen des guten Geschmacks hinaus, weil es sich meist um Menschen handelt, die offenbar gar nicht fähig sind zu erkennen, wie missbraucht sie von den Medien werden, um die Quoten zu halten. Viel mehr Sensibilität bei der Auswahl der Sendungsgäste seitens Nicole, Dirk, Bärbel, Sonja, Ricky, Andreas ... wäre angebracht. Denn die Moderierenden wissen recht genau, dass das Leben der zweifelhaften Fernsehstars nach dem Auftritt mit hoher Wahrscheinlichkeit noch schwieriger wird.