Ausgabe: 2000/09, KA, Katholische Aktion, ÖVP, FPÖ, Regierung, Stil, Politik
29.02.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Nach den Turbulenzen der letzten Wochen lädt die Katholische Aktion ein: Bleiben wir an einem Tisch.
Nach eingehender Debatte über die vielfältigen Reaktionen nach dem Demonstrationsaufruf will die Katholische Aktion der Diözese Linz vor allem das Gespräch suchen und führen. „Bleiben wir am gemeinsamen Tisch“, formulierte KA-Präsidentin Margit Hauft nach einer Präsidiumssitzung am 28. Februar. „Wir hoffen, dass die Leute die Einrichtungen nicht verlassen“ drückt sie die Stimmung nach den Verunsicherungen in der und um die Katholische Aktion zum Ausdruck.Die Katholische Aktion will auf Österreichebene vor dem Hintergrund der derzeitigen Krisensituation Österreichs nicht zu einer Eskalation beitragen, aber sie wird klar zu Gunsten von sozialer Gerechtigkeit und benachteiligten gesellschaftlichen Gruppen Stellung nehmen, betonte der Präsident der Katholischen Aktion Österreichs, Christian Friesl, nach der Frühjahrskonferenz vom letzten Wochenende in Wien. Schwerpunkte werden , so Friesl, der Einsatz für eine solidarische Gesellschaft und gegen Fremdenhass sein. Politik dürfe nicht nur den Politikern überlassen werden. Für die nächsten Tage kündigte Friesl einen Vorstoß in Richtung Antidiskriminierungsgesetz an.Der politische Stil in Österreich und die dabei verwendete Sprache hätten bei vielen Vertretern der Katholischen Aktion Anstoß erregt, betonte Friesl. Vor allem der FPÖ seien Vorwürfe gemacht worden, Ressentiments und Polarisierung zu schüren. Von der ÖVP als Kanzlerpartei sei diesbezüglich „eine klarere Abgrenzung abzuverlangen“. Die Dialogverweigerung gegenüber der Regierung, wie sie von den Organisatoren der Demonstration vom 19. Februar zum Ausdruck gebracht wurde, halte die Katholische Aktion aber nicht für zielführend.