Der Höhepunkt der dreitägigen Papstreise nach Ägypten und ihr eigentlicher Anlass war der Besuch des Sinai. Er bildete den Auftakt einer Serie von Pilgerreisen des Papstes im Jubiläumsjahr zu wichtigen Stätten der Bibel. Neben der berührenden Begegnung mit den Mönchen im Katharinenkloster am Sinai, die der eher ökumeneskeptischen griechischen Orthodoxie angehören, war die Ägyptenreise von einem zweiten ökumenischen Ereignis geprägt: Zum ersten Mal besuchte ein römischer Papst das Oberhaupt einer altorientalischen Kirche. Der Kopten-Papst Schenuda III. begrüßte Johannes Paul außerordentlich herzlich. Ob daraus auch ein neuer Impuls für die koptisch-katholischen Gespräche wird, die seit Jahren festgefahren sind, bleibt abzuwarten. Die koptisch-katholischen Beziehungen hatten sich nach dem Konzil zunächst sehr gut entwickelt, so daß bereits 1973 eine weit reichende theologische Erklärung, die Schenuda als Theologe mitverhandelt hatte, unterzeichnet werden konnte.