Ausgabe: 2000/09, Johannes Paul II, Theologenkommission
29.02.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Papst Johannes Paul II. wird bei seiner Vergebungsbitte für Vergehen der Kirche unter anderem die Mitschuld des christlichen Antijudaismus an der Shoa, die Spaltung der Christenheit und die „Anwendung von Gewalt im Dienste der Wahrheit“ zur Sprache bringen. Dies geht aus einer Stellungnahme der Internationalen Theologenkommission hervor. Sie hat unter dem Titel „Erinnern und Versöhnen“ die Ergebnisse eines längeren Diskussionsprozesses und mehrere Vollversammlungen veröffentlicht. Sie bilden die Grundlage für die große Vergebungsbitte der Kirche im Heiligen Jahr, die der Papst am 1. Fastensonntag sprechen wird. Was der Papst dabei genau sagen wird und wie deutlich er dabei die Sünden der Kirche anspricht, ist noch nicht bekannt. Im Vatikan gab es aber ein monatelanges Tauziehen über das Eingestehen historischer Schuld und geschichtlicher Irrtümer.