In der Geschichte der USA mussten noch nie so viele Frauen und Männer auf ihre Hinrichtung warten. Ja, ihre Chancen Gnade zu erfahren werden immer geringer. Denn 1999 war mit 98 Exekutionen die Spitze der dramatisch ansteigenden Todeskurve. Und im Wahlkampf um das Weiße Haus ist das kein Thema, da alle Kandidaten die Höchststrafe verteidigen. Der Texaner George Bush gilt als Hardliner. 118 Menschen wurden hingerichtet und einer begnadigt, seit der Republikaner dem Bundesstaat vorsteht. Auch Al Gore, Favorit der Demokraten, plädiert für die Ausdehnung der Todesstrafe. Wie argumentiert wird, zeigt der republikanische Mitbewerber Alan Keyes. Der glühende Abtreibungsgegner und Pro Life-Bewegte sieht keinen Widerspruch darin, dass „die Todesstrafe in manchen Fällen unentbehrlich für unseren Respekt für das Leben ist“.