Was wie eine neue Forderung klingt, war schon im Alten Israel Tradition. In einem Vortrag über die „Frauen im Ersten Testament“ (AT) stellte Dr. Imtraud Fischer, Professorin für Altes Testament und Theol. Frauenforschung an der Kath.-Theol. Fakultät der Uni Bonn, ihre wissenschaftlich belegten Thesen vor.
Was können biblische Texte Frauen heute vermitteln? Zum einen geht es darum, eine „Unrechtsgeschichte“ präsent zu halten. In biblischen Texten wird Unrecht beschrieben, der Täter genannt und damit nicht aus der Schuld entlassen (z. B. bei Vergewaltigung). Diese Texte zeigen aber auch, dass Frauen in der Bibel eine eigene Geschichte haben. Wir haben viel mehr an Bedeutung gehabt, als man uns heute glauben lassen möchte.
Es fallen einem meist aber nurNamen ein wie Abraham, Mose, David ? Wo sind die Frauen? Liest man die biblischen Texte aus einem neuen Blickwinkel und bleibt man nah am Text, stellt man fest, dass Frauen in fast allen Führungspositionen vertreten waren. Es gab auch Prophetinnen – und die erste Frau, die einen Bibletext kanonisierte, war die Prophetin Hulda, eine Zeitgenossin Jeremias.
Frauengeschichte und Christentum: Bis hierher und trotzdem weiter. Nächster Termin: 12.5., 16 - 21 Uhr im Haus der Frau (Linz), 0732/66 70 26.