Von Geburt an gehörlos: 10.000 Österreicher/innen sind davon betroffen. Ihre Sprache ist die Gebärdensprache, die in Österreich noch immer nicht offiziell anerkannt ist. Schauspielen kann man trotzdem professionell ...
Wenn eine Sprache nicht als solche anerkannt wird, führt dies zur Ausgrenzung. Ausgrenzung, die ihre Folgen im alltäglichen Leben dieser Menschen hat. Eine halbe Million Menschen ist in Österreich entweder gehörlos bzw. schwerhörig. Erst seit 1999 haben Gehörlose vor Gericht Rechtsanspruch auf einen bezahlten Gebärdensprache-Dolmetscher. Das Ausbildungsangebot für Gehörlose basiert meist auf Eigeninitiativen von ... gehörlosen Lehrerinnen und Lehrern.
Defizit im Kultur (er)leben
In den letzten Jahren mehren sich Aktionen gegen einen Ausschluss der Gehörlosen aus dem kulturellen Geschehen. Eine Initiative in diese Richtung wird demnächst im „Theater des Augenblicks“ (Wien) gestartet. Vom 6. bis zum 15. April findet dort das europäische und internationale Gehörlosentheater Festival statt. ARBOS (Gesellschaft für Musik und Theater) organisiert seit 1993 Workshops, entwickelt Theaterprojekte und veranstaltete 1998 auch das erste Festival dieser Art. Ziel ist, dem gehörlosen und hörenden Publikum professionelles Theater vorzuführen. Gebärdensprache ist hier notwendiges Mittel zur Kommunikation, aber auch eine Kunstform. Künstler/innen aus Australien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Holland, Russland, Tschechien ... sind angesagt, das Programm verspricht Interessantes, Ungewöhnliches, Skurriles. Am 12. April wird z. B. „Der Diener zweier Herren“ von Singapurs einzigem Gehörlosentheater zu sehen sein, das Handalphabet der Gebärdensprache kann man vielleicht am 15. April um 17 Uhr erlernen bei „ABC – oder Alenkas Traum“ (für Kinder ab vier Jahren). E. Leitner
Nähere Information erhalten Sie unter: 01/479 68 87, Einzelkarten: S 140,– bis S 180,–, Festivalpass: S 900,–.