Option für die Armen zu sein, das betont die Caritas in diesen Tagen besonders. Im April werden wieder bein ahe 8.000 Haussammlerinnen und Haussammler in unserer Diözese unterwegs sein. Fast die Hälfte der finanziellen Mittel für die Nothilfe müssen auf diese Weise hereingebracht werden. Voriges Jahr wurden ca. 20 Millionen Schilling gespendet. Die Caritas bangt, dieses Ergebnis wieder zu erreichen. Denn nicht immer wird dem Anliegen der Haussammler/innen mit Freundlichkeit begegnet, auch Gleichgültigkeit und Missmut werden „geerntet“. In einer Zeit härter werdender politischer Auseinandersetzungen wird viel auch auf die Caritas abgeladen. Je mehr der Staat bei Sozialausgaben spart, desto kritischer müssen sich die Sozialorganisationen zu Wort melden und desto lauter wird der Ruf nach Hilfe. Caritas heißt, ungerechte Strukturen beim Namen nennen und gleichzeitig helfen: Arbeitslosen, Kranken, Armen, Verzweifelten...
Siebzig Schilling pro Tag
„Spenden Sie NächstenHilfe“ – unter diesem Motto sind ab Anfang April knapp 8.000 Haussammlerinnen und Haussammler der Caritas unterwegs. In manchen Pfarren können nicht alle Sprengel „begangen“ werden, dort wird mit Erlagscheinen um Spenden gebeten.
Die Caritas braucht die Erlöse aus der Haussammlung dringend. Immer mehr Menschen, so der Befund der kirchlichen Hilfsorganisation, kommen an den Rand der Wohlstandsgesellschaft. Irgendwann „landen“ sie bei der Caritas. Sie sind durchschnittlich 35 bis 40 Jahre alt, alleinerziehend und ohne Job. Wegen der Kindes-Pflichten sind sie nicht flexibel genug für den Arbeitsplatz. Mit S 7.000,– sollen sie Monat für Monat das Auslangen finden und müssen doch mehr als S 4.500,– für Miete, Strom und Gas zahlen. So bleibt pro Tag S 70,– zum Leben. Schulden können schon gar nicht zurückgezahlt werden.