Die freiwilligen Sommereinsätze feiern 20-jähriges Bestehen
Ausgabe: 2000/14, FSJ, Sommereinsätze, Alm
04.04.2000
- Judith Moser
Etwa 120 junge Menschen haben 1999 einen Freiwilligen Sommereinsatz absolviert und so in eine für sie neue Welt geschnuppert. Die Idee dafür entstand vor 20 Jahren.
Mehr als 2000 junge Leute haben bisher schon beim Freiwilligen Sommereinsatz mitgemacht. Anbieter dieser Einsätze ist der Verein zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste. Die Motive für einen freiwilligen Einsatz sind natürlich so verschieden wie die Menschen, die ihn absolvieren. Von den 120 Teilnehmer/innen im Jahr 1999 waren 100 Frauen, 20 Männer, 88 von ihnen zwischen 16 und 24 Jahre alt, 32 älter als 24. 85 waren Schüler/innen oder Studierende.
Leben auf der Alm
Eine Teilnehmerin war 1999 Katharina Hinterholzer. Sie ist 17 Jahre alt und verbrachte drei Wochen auf einem Bauernhof in Osttirol. Katharina hat den Katalog mit den Projekten für einen freiwilligen Sommereinsatz in einem Jugendzentrum in Vöcklabruck entdeckt.Nach einer kurzen „Anlernphase“ im Tal war Katharina zehn Tage lang mit Josef, dem zwölfjährigen Sohn der Bauernfamilie, auf der Alm. Ihr Tagesablauf: Um sechs Uhr aufstehen, Wasser von der Quelle holen, Ofen einheizen, die sieben Kühe (händisch) melken, auf die Alm treiben, Stall ausmisten, frühstücken, Hütte sauber machen, am Abend die Kühe wieder in den Stall treiben und melken. Ein großes Lob spricht sie Josef aus, der ziemlich viel leisten musste. „Ab und zu hab’ ich mir schon gedacht, heut’ freut’s mich nicht, um sechs aufstehen“, gibt sie zu, „es hat mir aber im Ganzen sehr gefallen.“ Ihre Bekannten waren auch begeistert von der Sache. Eine Schulkollegin hat sich so anstecken lassen, dass sie das heuer selbst ausprobieren wird.
Berufswechsel
Etwas anders hat der Einsatz bei Claudia Valko ausgesehen: Sie ist 27 Jahre alt und lebt in Wien. Claudia hat in der Sprachheilstätte Rankweil (Vorarlberg) gearbeitet. Ihr Einsatz hat nur zwei Wochen gedauert, weil sie sich sehr spontan dafür entschieden und nicht mehr Urlaub bekommen hat. Claudia hat überlegt, nach zwölf Jahren im Büro einer Firma ihren Job aufzugeben und mit Behinderten zu arbeiten. Ein wenig hat ihr der Mut dazu gefehlt. Nach der Zeit in Rankweil war sie sich ihrer Sache so sicher, dass sie gekündigt hat. Mit der Gewissheit, dass sie nach so langer Zeit als „Selbsterhalterin“ Studienbeihilfe bekommt, wird sie im Herbst mit dem Studium der Sonder- und Heilpädagogik beginnen. Ihre „alte“ Firma hat sie noch dazu geringfügig wieder angestellt. „Ich würde den Einsatz sofort wieder machen“, ist sie überzeugt.
Information über die Einsätze und Projekte: Verein zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz, Tel. 0732/76 10-3910, Fax: DW 3918, E-Mail: fsj.linz@magnet.at