Bestürzt reagieren 215 Orden und sieben spendensammelnde Organisationen der katholischen Kirche Österreichs auf die von der Bundesregierung geplante Abschaffung des Postzeitungstarifs. Die Organisationen, die 1999 fast 500 Mill. Schilling für kirchliche Entwicklungszusammenarbeit gesammelt haben, müssten nach vorläufigen Berechnungen das Fünffache für Porto aufwenden: „Das ist nicht mehr verkraftbar und wird gezwungenermaßen zur Einstellung vieler Zeitschriften führen.“ In einer gemeinsamen Erklärung wird die Maßnahme als „äußerst gefährlich“ bezeichnet, „die darauf abzielt, Meinungs- und Pressefreiheit einzuschränken und wichtige Kommunikationsmöglichkeiten in einer demokratischen und solidarischen Gesellschaft abzuwürgen.“Ohne Medien könnten die 130 Frauen- und 85 Männerorden ihrem Bildungs- und Verkündigungsauftrag nicht mehr nachkommen, heißt es. „Wir werden auch der Möglichkeit beraubt, Spenden zu sammeln und einen Beitrag zum Wohl der Bedürftigen in Österreich und in den armen Ländern der Welt zu leisten.“ Bundesregierung und Nationalrat werden aufgefordert, vom Aus für die Postzeitungstarife Abstand zu nehmen. Die Kirchenzeitungsleser/innen werden von den Orden und kirchlichen Organisationen ersucht, beim Bundeskanzler zu protestieren: Dr. Wolfgang Schüssel, Bundeskanzleramt, Ballhausplatz 2, 1010 Wien.