Vor einem Missbrauch des Wissens um den genetischen Code des Menschen hat der Tübinger Moraltheologe Gerfried Hunold gewarnt. Die von Craig Venter medienwirksam behauptete Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes fordere geradezu internationale Maßnahmen heraus. Dabei gehe es um das Abstecken sehr sensibler ethischer Fragen ebenso wie um das Problem, ob solche Entdeckungen allen kostenlos zugänglich sind oder ob davon einige wenige Monopolinhaber profitieren. Hunold forderte die Ausarbeitung einer verbindlichen „Weltcharta“, da sonst die Gefahr bestehe, dass in einem Land fortgesetzt wird, was in einem anderen schon verboten ist.
Generell sei das Wissen um den genetischen Code des Menschen ein ungeheuer heikles Gebiet, bei dem man „den Menschen vor sich selber und seinem Wissen schützen“ müsse. Neben großartigen Möglichkeiten für die Medizin öffnet dieses Wissen auch erhebliche Gefahren für Experimente am Menschen, die der Personwürde widersprechen.