Elián hat vor mehr als vier Monaten als einziger den Versuch überlebt, mit dem Boot von Kuba in die USA zu flüchten. Seine Mutter ertrank in den Fluten, nun lebt der Sechsjährige bei weitschichtig Verwandten, Exilkubanern in Florida. Weil Eliáns Vater aber nicht daran denkt, Havanna den Rücken zu kehren, ist ein Tauziehen um den Jungen entbrannt. Doch seine persönliche Zukunft ist nicht einmal von zweitrangigem Interesse. Auf dem Rücken des Kleinen wird die Feindschaft zwischen dem kommunistischen Kuba und den allmächtigen USA ausgetragen. Kein Politiker – noch dazu im laufenden Wahlkampf um die US-Präsidentschaft – will sich mit den finanzkräftigen Exilkubanern anlegen. Die Feindschaft und der Hass in den USA gegen die Zuckerinsel ist kaum zu verstehen, und schon gar nicht, dass Elián nicht bei seinem Vater aufwachsen soll.