Am Palmsonntag beginnt die Heilige Woche, in der Christen Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi feiern. Jesu Weg war der jedes Menschen. Für viele ist die Karwoche Anlass, das eigene Leben und Sterben in den Blick zu nehmen.Für den Pensionisten Heinrich Holzner aus Gilgenberg am Weilhart ist die Umgang mit dem Tod nichts Außergewöhnliches. Als Verantwortlicher für Begräbnisse seiner Heimatpfarre hat der Innviertler schon oft über das Sterben nachgedacht und mit Trauernden darüber gesprochen. Von Routine im Umgang mit dem Tod kann aber keine Rede sein. Holzner: „Manche Todesfälle gehen mir schwerer zu Herzen, etwa wenn junge Leute bei Unfällen ums Leben kommen.“ Am schlimmsten sei es, wenn Verstorbene verbrannt sind und die Familie vom Körper nicht Abschied nehmen kann. Dann ist sogar ein gestandener Mann, der viel Zeit am Friedhof verbingt, den Tränen nahe. Heinrich Holzner erlebt in solchen Momenten seinen Glauben an das Ewige Leben als besonders wichtig und tragfähig.
Begräbnisse und Leute
Im Lauf der Jahre entwickelte der frühere Mesner, dem nun die Verwaltung und Betreuung des Gilgenberger Friedhofs obliegt, eine eigene Theorie. Holzner findet, dass bei vielen Begräbnissen der oder die Verstorbene auf irgendeine Weise noch einmal aufleuchtet. „Wenn ein wirklich frommer Mensch stirbt, dann ist oft eine getragene Andacht und Feierlichkeit zu spüren. Sterben Leute, die die Kirche kaum von innen kannten, dann fallen beim Requiem Aufmerksamkeit und Ruhe schwer.“ Sogar auf die Musik, findet Holzner, gibt es Einflüsse. Stirbt ein recht musikalischer Mensch, dann singt der Chor oft ganz perfekt. War jemand hingegen unmusikalisch, dann fehlt es schnell an Harmonie, findet Holzner, selbst Chorsänger. Auch ganz weltliche Eigenschaften werden verglichen. „Einmal starb eine Frau, die gern und viel geredet hat“, so Holzner. „Bei ihrem Begräbnis drang der Pfarrer kaum durch, weil sich die Leute soviel zu erzählen hatten.“ Solche Geschichten verbinden den Tod mit dem Leben. Sie erinnern daran, dass alle Menschen den Weg zum Friedhof anzutreten zu haben. Am Ende dieses Weges steht das Osterlicht der Auferstehung.
Auch Friedhöfe…
… kommen und gehen, wie das Beispiel von Senftenbach zeigt. Bis 1784 wurden die Toten der kleinen Innviertler Pfarre hinter der Kirche des Nachbarortes Weilbach bestattet, worauf die Redewendung „Senftenbach hint’ umi“ entstand. Ab 1784 wurden die Verstorbenen dann rund um die Senftenbacher Kirche beigesetzt, ehe man 1975 einen neuen Friedhof errichtete. Derzeit werden die letzten Gräber am alten Friedhof aufgelöst, die Fläche soll danach würdig gestaltet werden.