„Danke Graziella“ – „das ist ein sehr intimes Buch, ohne peinlich zu sein, ein gläubiges Buch, ohne bigott zu sein, ein zärtliches Buch, ohne kitschig zu sein, aber auch ein hartes und schmerzliches Buch“. So urteilt der Steyler-Pater Sepp Hollweck über die Tagebuchaufzeichnungen des früheren Südtiroler Arbeiterpriesters Carlo Pescollderung. Er schildert darin die Höhen und Tiefen seiner von der Schre-ckensdiagnose Krebs geprägten letzten Ehephase. Der Autor will damit Menschen in ähnlichen Lebenslagen Mut und Trost zusprechen.
Bei der Präsentation von „Danke Graziella“ betonte die Pionierin der Hospizbewe-gung in Österreich, Sr. Hildegard Teuschl, Pescollderungs authentische Schilderungen „ermutigen Angehörige, den schweren Prozess des Abschiednehmens miteinander zu leben. Man erfährt, dass Normalität bis zuletzt hilfreich gelebt werden kann.“Das Buch weist, so Teuschl, aber auch auf Mängel im Gesundheitswesen hin: auf fehlendes Einfühlungsvermögen des medizinischen Personals, auf fehlende räumliche Bedingungen in den Ambulanzen und Kliniken, auf die Problematik oft falscher Lebenszeit-Prognosen bei Schwerkranken. Teuschl sprach sich dafür aus, Sterbenskranke nicht durch das Verschweigen ihres Zustandes zu „entmündigen“. Durch diese falsche Schonung werde die Chance genommen, die letzte Lebenszeit bewusst zu erleben und von geliebten Menschen Abschied zu nehmen. Das Buch sei eine Bestärkung für die Bemühungen von Hospiz Österreich, besonders dem medizinischen und pflegerischen Personal eine bessere palliative Aus- und Fortbildung zu bieten.
Carlo Pescollderung, Danke Graziella. Verlag St. Gabriel, 296 Seiten, öS 218,–