Der Systemtechniker Jörg Parnreiter aus Ottensheim absolviert derzeit seinen Zivildienst als Friedensdiener in Zenica.
Was bedeutet es konkret, Friedensdienst in Zenica zu leisten? Ich arbeite bei der nichtstaatlichen Menschenrechts-Organisation „Independent“ in der bosnischen Stadt Zenica mit und kümmere mich dabei vor allem um Jugendliche. Es gibt wöchentliche Treffen, bei denen die persönliche Weiterbildung im Vordergrund steht. Wir produzieren auch eine Zeitung, um die Friedensidee mit möglichst vielen zu teilen.
Woran glauben junge Menschen in Bosnien, worauf hoffen sie? Viele haben keine Perspektive. In zu vielen Händen befinden sich Waffen und Drogen. Die Kriegsjahre haben die junge Generation irritiert und auseinander gebracht. Aber wenn jemand die Zukunft gestalten kann, dann sind es junge Leute. Die meisten haben genug vom Nationalismus und wollen einen friedlichen Staat aufbauen.
Deine persönliche Erfahrung während des ersten Halbjahres? Ich habe es nie bereut, mich für den Friedensdienst entschieden zu haben, weil ich diesen Einsatz für hunterprozentig sinnvoll halte. Ich lerne viel Neues, das mein Leben spannend macht, etwa eine neue Sprache, eine andere Kultur. Bei den bosnischen Leuten fühle ich mich voll angenommen.
Auskunft über Friedensdienst: ÖFD, Tel. 0732/24 40 11-556. Informationstreffen: 2. Mai 2000, 19 Uhr, Uni Linz