Herr Alois Haidvogel aus Hörsching ist im Waldviertel aufgewachsen. In seiner Kindheit gab es dort noch viel mehr Hasen als heute, am Feldrain und am Waldrand. Das hat die Fantasie des kleinen Alois beflügelt.
Als er erwachsen war, erzählte er seiner Tochter Hasengeschichten und später den Enkelkindern, die sehr interessiert lauschten. Er hat die Geschichten in einem kleinen Buch niedergeschrieben. Wir entnehmen ein Hasen-Erlebnis. Vielleicht gefällt es euch. Man wird an die Teletubbies, die Fernsehfiguren unserer Zeit, erinnert!
Hopp im Krautfeld
Eines Tages sagte unser Mami: Heute gehen wir zum Abendessen in das Krautfeld. Wir konnten uns darunter nichts vorstellen und hoppelten erwartungsvoll hinter unserer Mami her: Erst ich, dann Hupp, Hipp, Hepp und zum Schluss meine Schwester Happ. Auf einmal erschraken wir. Da standen doch zwei Männer im Feld, angezogen mit alten Kleidern und mit einem Strohhut auf dem Kopf. Wir Hasenkinder wollten gleich umkehren, besonders mein Bruder Hipp, der ein richtiger Hasenfuß ist. Unser Lehrer hatte uns doch eingeprägt, dass von den zweibeinigen Lebewesen, den Menschen, Gefahr droht. Mami hielt uns zurück und erklärte: „Das sind keine richtigen Menschen, sondern Krautscheuchen, die wie Menschen aussehen. Sie sollen uns Angst einflößen, damit wir nicht ins Krautfeld gehen und die Pflanzen aufessen. Aber die Menschen halten uns für dumm. Wir ,alten Hasen’ wissen, dass von den Krautscheuchen keine Gefahr droht.“ So gingen wir mit unserer Mami in das Krautfeld und ließen uns das junge Kraut schmecken. Als wir einmal aufblickten, sahen wir auch das Reh mit dem Rehkitz im Krautfeld stehen und äsen. Das Büchlein „Häschen Hopp“ von Alois Haidvogl/Gertraud Haberler ist zu bestellen bei Alois Haidvogl, Niederdorfstraße 26, A-4063 Hörsching, Tel. 07221/720 06.