Familie mit Sinn für Gerechtigkeit deckt den Tisch mit Fairness
Ausgabe: 2000/16, Faire Jause, Wurm
18.04.2000
- Maria Haunschmidt
Kaffee und Tee für Mama und Papa, Kakao und Schokoaufstrich für Laura und Fabian, Orangensaft für jeden – alles fair gehandelt, das steht bei Familie Wurm aus Bad Wimsbach/Neydharting auf dem Frühstückstisch ...
... der Honig stammt abwechselnd aus dem Weltladen oder aus bäuerlicher Direktvermarktung. Außerdem gibt es Brot, Milch, Topfen, Butter und Marmelade aus der Region. Fairer Handel und gerechter Preis sind Mag. Gerti Wurm, ehrenamtlich im Weltladen in Vorchdorf tätig, und Mag. Gottfried Wurm – einem Biologielehrer – ein Anliegen. Sie gehören dem Bio-Bauernverband „Erde und Saat“ an, der ähnliche Zielsetzungen wie der größte österreichische Bio-Bauernverband „Ernte für das Leben“ hat, und sie unterstützen auch kräftig die Bauern der Region durch Kauf von Dingen, die aus der Umgebung kommen. Aus kontrolliertem Anbau sind sie außerdem gesünder. „Da darf es schon ein bisschen mehr kosten!“, findet die Nebenerwerbskleinlandwirtin Gerti Wurm, die zwar nicht immer und mit letzter Konsequenz, aber doch im Großen und Ganzen „fair“ kauft. Einfache Erklärungen verstehen auch schon kleinere Kinder wie Laura und Fabian: „Fairer Handel, das ist nicht nur, wenn man so weit als möglich direkt bei den Erzeugern kauft, sondern auch, wenn die Leute in Ländern des Südens für Sachen, die sie uns verkaufen, keinen Hungerlohn, sondern so viel Geld dafür kriegen, dass sie davon leben können.” Lehrreich ist es für alle, bewusst auf Tuben, Dosen und Packungen aus dem kommerziellen Handel nachzuschauen, wieviele Zusatzstoffe oft in Lebensmitteln enthalten sind. „Die gentechnischen Veränderungen sind noch einmal ein eigenes Kapitel!“, seufzt Gerti Wurm.
Mehr Querverbindungen
Sie registriert mit Genugtuung, dass die Zusammenarbeit regionaler Kleinbauern mit kontrolliert biologischem Anbau immer besser funktioniert und Gütesiegel bei uns und in Ländern des Südens für Qualität bürgen. Auch freut sie sich, dass immer mehr heimische Supermärkte fair gehandelte Produkte und auch Produkte von Bauern aus der Region führen. Letzteres funktioniert bei Milchprodukten schon besonders gut. Am Bio-Markt, im Bio-Laden oder direkt beim Bauern einzukaufen, kann ein Erlebnis für die ganze Familie sein. Gerade am Bauernhof gibt es nicht nur frisches Fleisch, Dinkel, Kräuter, Kartoffeln und viele andere gute und gesunde Sachen, Kinder können Tiere auch in Natura sehen. Die Eltern kommen mit den Bauersleuten ins Gespräch und lernen einander besser verstehen. Das ist auch ein Gewinn auf der menschlichen Ebene.
Fairer Handel
- Umweltfreundliche Produktion. - Keine Ausbeutung durch Kinderarbeit. - Gerechter Lohn und Aufbau von sozialen Netzen. - Menschenwürdige Arbeitsverhältnisse durch demokratische Genossenschaften. - Förderung bodenständiger Handwerkskunst. - Absatzgarantie.