Die Sprachlosigkeit der Paare, ihre Kommunikationskluft, gilt als die größte Bedrohung und Ursache des Beziehungssterbens. Verletzungen, Kränkungen hinterlassen Spuren. Vor allem dann, wenn sie nicht miteinander geklärt sind, werden sie nachgetragen, verschleppt und entfremden Partner langsam, aber sicher. Wenn ich mich durch meinen Partner verletzt fühle, muss ich dieses Gefühl bei mir ernst nehmen, wahr-nehmen und ausdrücken. Wenn ich statt dessen einfach bedrückt oder beleidigt reagiere, lässt meine Reaktion den Partner im Unklaren darüber, wie es mir geht. Es ist notwendig, dass derjenige, der den anderen kränkt, diese Tatsache auch anerkennt. Wenn mein Partner sich durch mich verletzt fühlt, muss ich das ernst nehmen, ob ich es wollte oder nicht. Der zweite Schritt zur Versöhnung ist dann die Bitte um Verzeihung. Diese Bitte geht oft schwer über die Lippen. Sie bedeutet ein Eingestehen von Schuld und Versagen. Manchmal braucht es noch einen dritten Schritt. Worte reichen oft nicht aus, es muss sogar eine Tat hinzu kommen, ein Werk der Wiedergutmachung, damit der andere richtig verzeihen kann. Die Ebenbürtigkeit der Partner wird wieder hergestellt. Das wichtigste Instrument jeder Konfliktlösung ist das Gespräch. Immer wieder „sich einander mitteilen“, nicht nur über „etwas“, sondern über „mich“ zu reden, braucht den Willen und die Bereitschaft von beiden und erhält die Beziehung am Leben.