Wir hatten uns schon daran gewohnt und es mit einem milden Lächeln über das groteske Amerika nur noch im Drüberfliegen über die entsprechenden Zeitungszeilen als Information wahrgenommen: Die Geschichte mit Elian, dem sechsjährigen kubanischen Kind, dessen Mutter auf der Flucht in die USA ums Leben kam. Das Kind kam zu Verwandten in den Staaten, der Vater wollte es nach Kuba zurückhaben, die Verwandten weigerten sich. Ein Rechtsstreit begann … Solange es Texte waren, war es auch eine reichlich skurille Sache, Marke USA. Jetzt haben Bilder schockiert: Ein schwerbewaffneter verlängerter Arm des Gesetzes brach ins Haus von Elians Verwandten ein, zerrte den Buben weg, um ihn dem Vater zu übergeben. Der Rechtsstaat hat dem Recht zum Recht verholfen. Und gleichzeitig seinen Schrecken verbreitet. Was lernt wohl ein sechsjähriges Kind dabei?