Ehrenamtliche lassen sich die Integration ausländischer Mitbürger/innen in Vöcklabruck ein wichtiges Anliegen sein.
„Mit großem ehrenamtlichem Engagement seiner Mitglieder tritt der Integrationsrat Vöcklabruck für die ausländischen Mitbürger/innen im Bezirk ein.“ – So beginnt die Begründung einer Nominierung zum Solidaritätspreis des vorigen Jahres. Die Jury folgte dem Vorschlag; der Integrationsrat erhielt am 3. November 1999 den KIZ-Solidaritätspreis.
Fortschritte
Ein halbes Jahr ist seither vergangen: Die Arbeit wurde nicht weniger, weil ja auch mit dem Anliegen Integration nur langsam etwas weitergeht. Aber es geht weiter. Davon sind die Mitglieder des Integrationsrates überzeugt – mit vier Personen aus dem sechsköpfigen Vorstand sitze ich zur Bestandsaufnahme zusammen: Der seit 1996 tätige Integrationsrat, seit 1998 als Verein konstituiert, hat schon viel ins öffentliche Bewusstsein getragen und konnte dabei erleben, dass die Bevölkerung Verständnis für Fragen der Integration hat. Negative Reaktionen sind so gering, dass sie kaum der Rede wert sind. Ein Erfolg ist auch, dass fast alle Parteien das Anliegen der Integration mittragen. Fast alle: Die FPÖ ist der Einladung zur Teilnahme nicht gefolgt. Die anderen Parteien signalisieren mit ihren Vertreter/innen im Verein, dass sie das Anliegen stützen. Natürlich könnte die Unterstützung noch breiter sein. Etwa in der Frage der Wohnungsvergabe, bei der in Vöcklabruck dort, wo die Gemeinde das Sagen hat, Ausländer kraft Satzung (verlangt „österreichische Staatsbürgerschaft“) schwer zum Zug kommen.Aber nein, nicht schon wieder davon, was noch nicht klappt. Es gibt ja auch viel Positives. Behzad Cirkin, ein 1992 nach Österreich geflohener Bosnier, der hier wieder ganz klein und von vorne anfangen musste, heute Versicherungskaufmann ist, strahlt Gelassenheit und Zufriedenheit aus.
Viele kleine Schritte
Der Integrationsrat ist ein Sprachrohr für die Probleme ausländischer Mitbürger/innen. Er war Vorbild für die Gründung einer ähnlichen Einrichtung in Frankenburg. Bei „Runden Tischen“ mit Behörden und anderen Einrichtungen konnte vieles angesprochen werden. Mit der Volkshilfe und der Caritas wird sehr gut zusammengearbeitet. Der Volkshilfe verdankt man auch einen Zivildiener. Dieser ist u. a. gerade dabei, für in- und ausländische Jugendliche eine Fußball- und Volleyball-Veranstaltung zu organisieren, wobei die Mannschaften zusammengelost werden...
Die Liste der Tätigkeiten setzt sich fort: Zu berichten ist von einem AK Begegnung Christentum–Islam. Eine Studienreise führt heuer zu Pfingsten nach Bosnien. Bei einer Kampagne mit der Vöcklabrucker Rundschau werden in sieben Ausgaben ausländische Menschen porträtiert, die seit Jahren hier leben ...