Ausgabe: 2000/18, Wien, München, Strasser, Kath. Familienverband
03.05.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Wieder Debatte um Karenzgeld
Wien. Der Katholische Familienverband widersprach Finanzminister Grasser, der den Ka- renzgeldbezug an Einkommens- grenzen koppeln und das „Karenzgeld für alle“ kippen will. Das Karenzgeld sei eine Familienleistung zum Ausgleich zwischen Kinderlosen und jenen, die Kinder großziehen, und nicht eine Sozialleistung, die dem Ausgleich zwischen Arm und Reich dient. Wenn der Finanzminister das verwechsle, so vielleicht deshalb, weil viele kinderreiche Familien an der Armutsgrenze leben. Das aber sei eine Frage der Steuer- und Sozialpolitik.
Vorschläge begrüßt
Wien. „Als äußerst positives Signal“ hat die Caritas die jüngsten Vorschläge von Innenminister Strasser zur Ausländerpolitik begrüßt. Strasser hat angekündigt, dass er beabsichtige, dass Ausländer mit einer legalen Aufenthaltserlaubnis auch eine Arbeitserlaubnis bekommen. Die Caritas sieht in der Harmonisierung von Aufenthalts- und Arbeitsrecht einen entscheidenden Schritt zur Integration von Ausländern, die dadurch für sich selber sorgen können, ohne auf dem Schwarzarbeitsmarkt gehen zu müssen.
Thesen gegen Aktienfieber
München. Vor „Aktienfieber“ und „Fusionitis“ haben die katholischen Betriebsseelsorger Süddeutschlands gewarnt. In zehn Thesen fordern sie u. a. eine Besteuerung von Spekulationsgewinnen, eine Investitionspolitik, die weniger auf die rasche Geldvermehrung schaut, als auf die soziale und ökologische Komponente von Investitionen, oder die Schaffung eines weltweiten Codex von sozialen Mindeststandards. Gefordert sei eine Politik der Kooperation statt vernichtender Konkurrenz.