Die Diözese Rom hat für ihn ein Seligsprechungsverfahren eingeleitet, die Holocaust-Gedenkstätte ehrte ihn 1990 mit dem Titel „Gerechter der Völker“. In diesen Tagen erinnerte sich auch Italien durch eine beeindruckende RAI-Dokumentation wieder an Giovanni Palatucci. Als Polizeibeamter in Fiume, dem heutigen kroatischen Rijeka, hat Palatucci an die 5000 jüdischen Menschen das Leben gerettet. Mit seinem bischöflichen Onkel Giuseppe war der junge Polizist der Meinung, dass die antisemitischen Rassengesetze von Mussolini gegen den Glauben und die Menschenwürde verstoßen. So nützte er als Leiter der Fremdenpolizei in Fiume ab 1938 alle Gesetzeslücken zugunsten jüdischer Verfolgter. Später überschritt er Gesetze, um Juden mit falschen Papieren zur Flucht zu verhelfen. Als die Deutschen die Macht übernahmen, riskierte er sein Leben, um mehr als 1000 Juden vor der „Endlösung“ zu retten. Er wurde denunziert und im September 1944 verhaftet. Am 10. Februar 1945 starb er 36-jährig im KZ Dachau.