Vergangene Woche hat die katholische Kirche sowohl in Brasilien als auch auf Trinidad und Tobago einen weitreichenden Fehler eingestanden und um Verzeihung gebeten: ihre Verstrickung in die Sklaverei. In Trinidad leben mehrheitlich Nachfahren ehemaliger Sklaven, und in kein anderes Land wurden so viele Afrikaner verschleppt wie nach Brasilien. Es war kein an die Brust klopfen zur Jahrtausendwende, sondern ernstgemeinte Reue über eine Sünde. Entschieden setzt sich dort die Kirche für die Interessen der Nachfahren einstiger Sklaven ein und erhebt ihre Stimme gegen den Rassismus. Und noch etwas ist beachtenswert: Die Bischöfe entschuldigten sich für etwas, was für den Apostel Paulus im neutestamentlichen Brief an Philemon noch als rechtliche und soziale Ordnung anerkannt war.