Den Weg nach Mauthausen haben an diesem 7. Mai doppelt so viele gefunden, wie in den Jahren zuvor. Auch mehr politische Prominenz war vertreten. Nur. Regierungsmitglieder waren nicht erbeten. Das Fest der Befreiung wurde zu einem Politikum. Nach diesem Mauthausen-Gedenktag ist Nachdenklichkeit angesagt. Gerade die gemeinsame Erfahrung der Schrecken in Konzentrationslagern hat Politiker einmal zu einem Verständnis von Politik über Parteigrenzen hinweg und damit aus den politischen Grabenkämpfen der ersten Republik heraus geführt. Mauthausen wäre ein guter Boden für den neuerlichen Dialog gewesen. So bleibt ein Gefühl der Beklemmung. Soll es anders werden, darf man sich eine Änderung nicht nur von einer Seite erwarten.