Dr. Günther Weixlbaumer, Geschäftsführer der Einrichtung „Schön für behinderte Menschen“ appelliert an Eltern, rechtzeitig für einen Ablöseprozess zu sorgen.
„Wir haben immer wieder das Problem, dass Menschen zulange mit der Eingliederung von behinderten Angehörigen“ warten, sagt Dr. Günther Weixlbaumer, der auch das Institut Hartheim leitet. „Da gibt es oft 80-jährige Eltern, die sich das zumuten, aber rein körperlich überfordert sind.“ Wenn Eltern einmal sechzig Jahre alt sind, hätten sie es verdient, ein leichteres Leben zu führen.
Rechtzeitig ablösen
Es gebe immer wieder tragische Fälle, wenn etwa betagte Eltern nicht mehr die jahrelang aufopfernde Betreuung fortsetzen können, und zig Interventionen für eine rasche Unterbringung erfolglos bleiben. Der Ablöseprozess sollte rechtzeitig eingeleitet werden. Die Vielfalt des Lebens in einer guten Einrichtung könne das Elternhaus nicht bieten. Schön in Micheldorf lädt auch ein – z. B. bei Kurzzeitpflege-Aufenthalten – die Einrichtung kennenzulernen.
Schön, die Kreuzbichlhof- Liegenschaft hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Einst ein großer Bauernhof, Landwohnsitz, unter den Nazis „arisiert“, nach dem Krieg zurückgegeben, wieder als Refugium hergerichtet, verkauft, herabgewirtschaftet und schließlich vom Landeswohltätigkeitsverein 1996 erworben. Dieser baute es zu einem Behinderten-Wohn- und Beschäftigungsprojekt um. Seit April des heurigen Jahres ist der Um- und teilweise Neubau abgeschlossen.Das Areal liegt mitten im Grünen, es ist umgeben von saftigen, teils steil abfallenden Wiesen. Im Hintergrund steht mächtig die Kremsmauer. Ein alte Würde ausstrahlendes Ambiente empfängt den Besucher.
Schön ist auch eingerichtet und vorbereitet auf Begegnungen mit Menschen, die hierher etwa auf Seminare kommen oder als Wanderer bzw. Urlauber die Gastfreundschaft in Anspruch nehmen. Ein eigener Campingplatz, ein Ferienhaus, ein Seminarraum, ein selbst betriebenes Cafe und ein Restaurant stehen zur Verfügung. Das alles sind Zusatzausstattungen, die ihren Beitrag zur Integration leisten. Im Mittelpunkt stehen Betreuung und Beschäftigung (Töpferei, Papierwerkstatt, Glashaus, Kleintiere) für Behinderte.
Stichwort:
Landes-Wohltätigkeitsverein: Der Verein besteht seit über 100 Jahren. Er hat etwa 160 Mitglieder; dem Vorstand gehören zwölf Personen an. Der Verein führt das Institut Hartheim, die Einrichtung „Schön für Behinderte“ und das Schloss Hartheim. Derzeit überlegt der Verein weitere Kooperationen, etwa auch mit dem Verein MAS (Morbus Alzheimer) in Bad Ischl. Für langzeitarbeitslose Menschen will man mit entsprechenden Angeboten aktiv werden. Schön für behinderte Menschen: Anmeldungen, auch für Seminare, Kurzzeitpflege, Ferienwohnungen, Campingplatz und Gruppen für ein Restaurantessen: Tel. 07582/609 17-18, Frau Rosemarie Weiß