Laura schämte sich ein bisschen, da konnte sie nicht mithalten. Tante Gerti hatte für die Uroma eine Seidenstola – und Onkel Peter sogar ein Handy mit Wertkarte geschickt. „Damit du immer anrufen kannst, wenn ich unterwegs bin!“, hat er auf ein Kärtchen dazugeschrieben. Laura zog verschämt ihren bemalten Polster aus der Tasche. Gemeinsam mit der Mama hatte sie den Überzug genäht und mit Stoffdruckfarben „Ausruhpolster für Urlioma!“ draufgeschrieben. Es war viel Arbeit gewesen. Jetzt kam ihr das Geschenk ziemlich armselig vor. Aber die Uroma war da ganz anderer Meinung. „Ist der schön!“, rief sie begeistert aus. „Ich weiß nicht – von den anderen hast du so tolle Geschenke bekommen!“ „Erstens,“ sagte die Uroma, finde ich die Idee mit dem Ausruhen sehr gut. Denn da denke ich jetzt bei jedem Mittagsschläfchen an dich und schick dir einen guten Gedanken, und zweitens,“ sagte sie „was helfen die teuersten Geschenke, wenn sie nur per Post kommen. Das schönste Geschenk ist, dass ihr persönlich vorbeigekommen seid.“