Frau sein und Mutter sein müsse man heute trennen, um zu bestehen, war in einer Zeitung zu lesen. Das eine gehört also in die harte Berufs- und Arbeitswelt, das andere in die eigenen vier Wände.Lässt sich Mütterlichkeit wirklich ablegen wie ein blumiges Kleid, wenn frau in die nüchtern-glatte Berufs- und Arbeitskleidung schlüpft? Lassen sich die beiden Rollen Frau und Mutter auseinander dividieren? Mütterlichkeit meint im herkömmlichen Sinn Weichheit, Güte, Nachgiebigkeit, Fürsorge ... Eigenschaften, die im Berufsleben schnell zum Bumerang werden können; die Gefahr ausgenutzt zu werden ist groß. Zu viel Mütterlichkeit im Beruf kann (junge) Kolleginnen bzw. Kollegen, die froh sind, der ständigen Bemutterung daheim entronnen zu sein, außerdem recht nerven. Dennoch: Auch wenn Konsequenz, Souveränität, Durchsetzungskraft ... (Zwischenfrage: Sind nicht auch das mütterliche Eigenschaften?) weiterbringen, ist jene Portion Mütterlichkeit gut, die für pure Menschlichkeit steht. Und das betrifft Mann und Frau gleichermaßen. Gemeint ist der Einsatz für andere, für Schwächere, das Zuhören, ein Rat, ermunternder Zuspruch, Zivilcourage ... Dabei spielt es keine Rolle, ob man nun selber Kinder hat oder keine.