Die reichen Industriestaaten sollten mehr für Entwicklungshilfe und weniger für teure Barrieren zum Abfangen illegaler Flüchtlinge ausgeben. Das forderte der honduranische Erzbischof Oscar Riodriguez Maradiaga in New York. „Die Menschen verlassen ihre Heimat nicht aus Vergnügen, sondern sehr oft deshalb, weil sie der Hunger dazu treibt.“ Der Erzbischof berichtete, dass nach der vom Mitch verursachten Flutkatastrophe Tausende Honduraner in die USA flüchteten. Nun würden sie mit großem Aufwand per Flugzeug zurückgeschoben. Solange sie zu Hause zu wenig zum Leben haben, werden sie wieder gehen, kritisierte der Erzbischof die mangelhafte Entwicklungshilfe der Industrieländer, die nun weiter eingeschränkt werde. Die Asylkoordination Österreich berichtet in ihrer neuesten Zeitung, dass die EU-Staaten den Abschluss von Verträgen zur Entwicklungszusammenarbeit immer öfter davon abhängig machen, ob das betreffende Land zur Zurücknahme von abgeschobenen Flüchtlingen bereit ist. Das sei einer der wenigen Punkte, wo innerhalb der EU Einigkeit in der Migrationspolitik herrsche. Erstmals im großen Stil wurde diese Doktrin beim Neuabschluss des Lomé-Abkommens mit 71 afrikanischen Staaten südlich der Sahara sowie des Pazifi- schen Raums durchgedrückt.