Demonstrationen und Sanktionen waren die Begleitmusik, als am 4. Februar die erste blau-schwarze Regierung in Österreich angelobt wurde. Die „schrillen Töne“ blieben bis heute erhalten, auch wenn Khol und van der Bellen in einer TV-Diskussion meinten, dass allmählich „Normalität“ einkehre. Noch ist es nicht so weit: Die Polarisierung, die durch diese Regierungsbildung ausgelöst wurde, ist noch nicht überwunden, das unterschätzte Gift der bösen Worte verseucht weiter die politische und soziale Kultur des Landes. Der Wunsch der Bischofskonferenz, alle Beteiligten mögen ihre Emotionen und verbalen Giftpfeile abrüsten und zu einer sachlichen „Streitkultur“ zurückkehren, ist – immer noch – uneingelöst.