Die Erklärung „Dominus Iesus“, die seit ihrer Veröffentlichung am 5. September zu einer ökumenischen Kontoverse führte, wurde nun von Kardinal Joseph Ratzinger bekräftigt. Gleichzeitig aber räumte der Präfekt der Glaubenskongregation „Kommunikationsprobleme“ gegenüber der Öffentlichkeit ein. Eine bessere Öffentlichkeitsarbeit wäre erforderlich gewesen, sagte der Kardinal. Die „ökumenische Leidenschaft“ von „Dominus Iesus“ sei aber viel stärker als die jener, die „falsche Beruhigungstheorien“ über die weitgehende Übereinstimmung zwischen den christlichen Kirchen verbreiteten, betonte er. Der Lehrtext schlage Pflöcke über Glaubensinhalte ein, die nicht verloren gehen dürften. Die „gewaltige Sprache des Lehramts“ müsse jedoch begleitend in eine „menschennahe Sprache des Dialogs umgesetzt und in die Gegenwart vermittelt werden“.Auch Bischof Walter Kasper hat die theologischen Aussagen in „Dominus Iesus“ verteidigt. Zugleich meinte der Sekretär des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, dass „Ton und Sprache“ hätten „freundlicher sein können“. Die Erklärung habe es gewagt, „den Finger auf die offene Wunde zu legen“. Er unterstrich auch, dass ein Jahr nach Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigung von Lutheranern und Katholiken in Augsburg die Ökumene einen Punkt erreicht habe, wo es kein Zurück mehr gebe.