Bis zu 90 Prozent der Österreicher werden die Sparmaßnahmen der Regierung verkraften, aber 900.000 Menschen kämpfen um die Sicherung ihrer Existenz. Das betonte Caritas-Präsident Franz Küberl zum Auftakt der traditionellen Inlands-Sammlung im November. Diese steht heuer unter dem Motto: „ÖsterReich hilft ÖsterArm“. Küberl forderte zur Abschwächung der Auswirkungen der Sparmaßnahmen ein Paket von Soforthilfen und die Erarbeitung eines „sozialpolitischen Leitbildes“. „Die Caritas hilft, wenn andere Netze versagen“, betonte Küberl. In Einzelfällen sei das auch sinnvoll und wirksam, aber „ein löchriges Netz ist keine Dauerlösung“. Die Qualität des Sozialstaates sei daran zu messen, ob Institutionen wie die Caritas als Nothelfer bei der Bekämpfung der Armut weniger Arbeit haben. Die Not in Österreich werde aber größer, nicht weniger. So haben 1999 bereits 31.000 Menschen Hilfe bei den Beratungsstellen der Caritas gesucht haben. 1995 waren es erst 20.000 gewesen.