- Kirchenzeitung der Diözese Linz, Sr. Antonia Falzeder
Den Auftrag zur Barmherzigkeit enthält das Gründungsdokument von 1652: „Sie sollen sich Barmherzige Schwestern nennen. Ihre Beschäftigung wird darin bestehen, arme und verlassene Kranke aufzusuchen, sie zu pflegen, sie zu trösten und ihnen den Empfang der heiligen Sakramente zu vermitteln, kurz für alle ihre Bedürfnisse nach Möglichkeit Sorge zu tragen.“ In der Regel von 1713 heißt es: „Wenn die Schwestern nach einem sicheren Zeichen der Barmherzigkeit fragen, dann antwortet ihnen Christus: Es gibt keine größere Liebe, als ein Leben für seine Freunde hinzugegen (Joh 15, 13).“Jesus in der Eucharistie ist die Quelle der Barmherzigkeit unserer Gemeinschaft von Anfang an. Unser Ordenssiegel – Durch Maria zu Jesus – bezeugt die klare marianische Ausrichtung der Borromäerinnen. Wir verehren Maria besonders als die Mutter vom Guten Rat, als die Mutter der Barmherzigkeit. Braucht die Welt heute Barmherzigkeit? Braucht die Welt heute die Barmherzigen Schwestern? Braucht die Welt heute die Barmherzigen Schwestern vom heiligen Karl Borromäus? Wie ein roter Faden durchzieht der Dienst der Barmherzigkeit die Geschichte der katholischen Kirche, angefangen von Maria, die über das Gebirge eilt zu ihrer Base Elisabeth, nicht nur um das Magnificat zu singen, sondern um zu dienen – sie steht auch unter dem Kreuz und erweist den Dienst der Liebe durch den Schmerz hindurch voll Hoffnung auf Leben in Fülle. Wie alle Schwestern durch die Jahrhunderte, so weiß jede Borromäerin sich heute von Gott gerufen und gesendet:– gerufen aus der Welt, um selbst die barmherzige Liebe Gottes zu empfangen in einem Leben des Gebetes, das von Tag zu Tag weiter reift bis in die Kontemplation – „Dein Angesicht, Herr, will ich suchen!“ (Ps 27, 87);– und gesendet in die Welt, um diese empfangene Liebe weiterzugeben in der eigenen Gemeinschaft und den Menschen, die den Dienst der Liebe heute erwarten und brauchen, einen Dienst in Demut, Einfachheit und Liebe. Wer Interesse hat, wie dieses Leben heute verwirklicht wird, schreibe uns! Wir senden gerne das Zeugnis von Schwestern über ihren Weg zu Gott.