Martin Bormann auf Vortragsreise durch Oberösterreich
Ausgabe: 2000/45, Bormann, Nazi,
07.11.2000
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Persönliche Identität und Lebensgestaltung ist zutiefst mit den der Eltern und Großeltern verknüpft. Ein Leben im Schatten berühmter Eltern zu führen erweist sich für viele Kinder oft als Problem. So auch das Leben von Martin Bormann.
Martin Bormann, Jahrgang 1930, das älteste von zehn Kindern des gleichnamigen Sekretärs von Adolf Hitler lebte als Kind mit seiner Familie auf dem Obersalzberg und erhielt eine konsequent nationalsozialistische Erziehung. Nach Kriegsende fand er Unterschlupf bei einer Salzburger Bergbauernfamilie und unter deren Einfluss zum katholischen Glauben. Nach seinem Theologiestudium arbeitet er über mehrere Jahre in der Kongo-Mission. Nach der Laisierung 1971 war er bis zur Pensionierung Religionslehrer in Hagen.
Seit über zehn Jahren arbeitet er in der Gruppe „Täterkinder–Opferkinder“ um den israelischen Psychologen Prof. Dan Bar-On mit, in der Kinder von Nazitätern und Kinder von Holocaust-Überlebenden versuchen, ihre Geschichte durchzuarbeiten.
Drei Vortragsabende
„Leben gegen Schatten. Erlebnisse – Erfahrungen – Folgerungen“ lautet der Titel seines Vortrages. - Der erste findet am Montag, 13. November um 19.30 Uhr im Pfarrsaal des Stiftes St. Florian/Linz statt.
- Am Dienstag, 14. November referiert Martin Bormann im Bildungshaus Greisinghof in Tragwein. Beginn ist um 19.30 Uhr.
- Am Samstag, 18. November findet um 14 Uhr der Vortrag mit anschließender Diskussion im Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels statt.
Ergänzend zum Vortag gibt es zahlreiche Literatur von Martin Bormann und von Dan Bar-On. Außerdem sind zwei Videos am Markt, wo in einem Martin Bormann im Gespräch mit Peter Huemer und im anderen in einem Beitrag der Sendung „Kreuz und Quer“ zu sehen ist.