G’sund wohnen und wohl fühlen: Zauberwort Wohnatmosphäre
Ausgabe: 2000/45, Wohnen, Feng Shui, Gsund beiben
07.11.2000
- Maria Haunschmidt
Ganze Bibliotheken lassen sich mit Wohnbüchern füllen. Vieles ist der Mode unterworfen, manches ist widersprüchlich.
Öko-Baustoffe und energiesparende Maßnahmen werden immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Aber das allein macht gesundes Wohnen nicht aus. Es ist ein ganzes Bündel, das man unter „Bau-Biologie“ einordnen könnte. „Wohnen soll sich am Menschen und seinen Bedürfnissen orientieren“, meint Ing. Johann Frohmann von der Akademie für Umwelt und Natur in Linz. „Wohnen sollte die Möglichkeit bieten, sich zurückzuziehen, sozusagen Batterien aufzuladen. Schon allein deshalb gehört dem Standort und der Wohnumgebung viel mehr Augenmerk geschenkt“, sagt der Baubiologe. Wie bringt man alle Bedürfnisse unter einen Hut? Etwa die von der lebenslustigen jungen Mutter Grete, der im Einfamilienhaus am Land die Decke auf den Kopf fällt und die Bedürfnisse von ihrem gestressten Manager-Ehemann, der Regeneration braucht und sucht?
Wenn nötig umkrempeln
Es gibt im modernen Wohnbau immer mehr gelungene Beispiele für maßgeschneidertes Wohnen: Da wird zugleich Kommunikation, sozialer Kontakt und andererseits Rückzug ermöglicht. Heute werden auch die durch Erdstrahlen oder Wasseradern hervorgerufenen Störfelder nicht mehr als Hokuspokus abgetan, sondern sogar wissenschaftlich nachgewiesen und berücksichtigt. Genauso wie all das, was unter nicht vordergründig spürbare, aber vorhandene feinstoffliche Energie fällt. Nicht von ungefähr interessieren sich immer mehr Menschen bei uns für die aus dem Osten kommende Wohnphilosophie Feng Shui.
- Sich beim Bauen und Wohnen nach allen Seiten zu informieren und Tipps zu holen, schadet nichts, aber grundsätzlich gilt für Ing. Frohmann: Sich selbst und seinem Gespür mehr vertrauen. Was braucht und möchte jedes Familienmitglied? - Proportionen nach dem „goldene Schnitt“ und Klarheit der Grundrisse sind Elemente einer harmonischen Planung. - Auch Licht und Farben haben starke Wirkung auf den Einzelnen, etwa Rot, das anregt, oder Grün und Blau, Farben, die beruhigen und dämpfen. - Bei Störendem etwas verändern, zum Beispiel ungenützte Plätze aktivieren, Ecken und Kanten abrunden .... Schon manche/r fühlte sich nach dem Umkrempeln wie neugeboren. Das Chi (=Leben) konnte wieder fließen. Das Wohn-Wohlbefinden wirkt bis hinein in die Beziehungen.
Beispiele: Wir wohnen so gern
Angenehm wohnen
Im verdichteten Flachbau ein Reihenhaus – Familie Reiter: Der Gemeinschaftsraum ermöglicht Kindern und Erwachsenen ein ungezwungenes Zusammensein, und die Kinder finden immer Spielgefährten.
Energiesparendes Bio-Haus, Familie Kefer: Nach vielen Jahren Wohnens in der Stadt schätzen wir die ruhige Lage, die Helligkeit und den Blick in die Natur.
In einem Sternhaus, Ehepaar Müller: Wir schätzen die selbe Wohnebene – auch im Hinblick auf das kommende Alter, sowie die Helligkeit der Räume, das Wohnen in freier Natur, und trotzdem sind wir noch im Ortsgebiet. Wir haben viele Kontakte, aber auch Ruhe, wenn wir dies wollen.