Mit einer Volksbefragung soll das Meinungsbild in der Bevölkerung erhoben werden
Ausgabe: 2000/46, Musiktheater
14.11.2000
- Elisabeth Leitner
Wir haben unsere Leser/innen letzte Woche gefragt, ob sie für den Bau des Musiktheaters sind. Eine große Mehrheit (77,3 %) stimmte beim TED mit einem „Ja“ für den Bau am geplanten Standort.
Was sich in der Kirchenzeitung „TED“ nennt, ist auf Landesebene die Volksbefragung. Sie dient dazu, die Meinung der Bevölkerung zu erheben, hat aber keine rechtlichen Konsequenzen. Politisches Gewicht kann eine Volksbefragung dennoch haben: Wenn die Mehrheit der Bevölkerung für ein Projekt stimmt, kann dies die Argumentation der Befürworter/innen erheblich erleichtern. Deshalb rufen sowohl die Pro- als auch die Contrastimmen dazu auf, die in OÖ erstmals stattfindende Volksbefragung als Mittel der Willensbekundung auch zu nutzen.
Der christliche Theaterring hat seine positive Haltung zum Bau des Musiktheaters erneut bekräftigt:„Einerseits sind wir stolz auf die weltweite Bekanntheit von Klangwolken und Ars Eletronica Festival, wir rühmen uns mit Anton Bruckner und Franz Lehar – also einer breiten und vielfältigen Kultur – und dann würde ein Theater nicht gebaut, weil es Verlust macht!“, so Dr. Franz Stauber, Vorsitzender des christlichen Theaterrings. Der gefährlichen Tendenz, Kultur nur nach ihrem finanziellen Ertrag zu bewerten, sind in der Diskussion beide Seiten erlegen. Mit dem Geldargument sind aber Befürworter/innen wie Gegner/innen schlecht bedient. „Zeigen wir ... unsere positive kulturelle Grundhaltung, die Kultur als menschlichen Gewinn und nicht als finanziellen Verlustposten sieht“, erklärt Stauber.