Zum 20. Mal wurde heuer der Otto-Mauer Preis vergeben
Ausgabe: 2000/46, Otto-Mauer-Preis
14.11.2000
- Elisabeth Leitner
Preisträger des Otto-Mauer Preises ist heuer der österreichische Künstler Florian Pumhösl, der bei seinen Arbeiten auch die sogenannten „Dritte Welt“ – Länder im Blick hat.
Pumhösl beschäftigt sich als Künstler mit der Moderne und ihren Auswirkungen auf die Gesellschaft, vor allem in den Ländern des Südens („Dritte Welt“). Architektur und Design versteht er als soziale Komponenten: Menschliche Lebensweise findet ihren Niederschlag in der Bauweise und umgekehrt. „Es geht mir um den bewussten Vollzug von Techniken der Beobachtung. Meine würde ich beschreiben als die eines ganz gewöhnlichen Architekturbetrachters, eines Touristen ...“, erklärt Pumhösl. Er zeigt in seiner Arbeit auf, dass Modelle und Systeme der westlichen Welt nicht zur Zufriedenheit funktionieren können, wenn man sie einfach in die sogenannten „Entwicklungsländer“ transplantiert. Diesen Bruchlinien einer fehlgeleiteten Modernisierung geht der 1971 in Wien geborene Künstler nach.
Der Otto-Mauer Preis wird an Künstler unter 40 Jahren für ihr gesamtes Werk vergeben. Der Otto- Mauer Fonds wurde unter Kardinal Franz König gegründet und soll das Gespräch zwischen Kirche und Kunst immer wieder aufs Neue beleben. Die Auseinandersetzung mit Kunst war ein besonderes Anliegen von Monsignore Otto Mauer, der als Gründer der Galerie „Nächst St. Stephan“ im Jahr 1954 trotz aller Widerstände Werke moderner Künstler wie Rainer, Prachensky, Mikl ... ausstellte und im regen Kontakt mit Künstlern weltweit stand.
Die Preisverleihung findet am 30. November um 19.30 Uhr in Wien statt. Info: Tel. 01/524 96 46.