Kurz habe ich gezögert, unsere Gemeinschaft unter dieser Rubrik vorzustellen, denn das Werk der Frohbotschaft Batschuns (1947 gegründet) ist ein Säkularinstitut (oft als „Weltgemeinschaft“ übersetzt). Mitten in der Welt, ohne äußeres Kennzeichen, leben wir Frauen an verschiedenen Orten, allein oder gemeinsam, stehen in diversen beruflichen Einsätzen oder arbeiten in gemeinschaftlichen Aufgaben (z. B. Bildungshaus Batschuns). Die ca. 90 Mitglieder treffen sich regelmäßig in Kleingruppen, zweimal jährlich ist die Gesamtgemeinschaft beisammen. Derzeit leben und arbeiten „Frohbotinnen“ in Österreich, Deutschland, England, Türkei, Guatemala und Bolivien. Seit 1995 haben sich in einem Freundeskreis engagierte Laien – Frauen und Männer – und Priester der Gemeinschaft angeschlossen, um in der gemeinsamen biblischen Spiritualität verbunden mit uns Frauen auf dem Weg zu sein. Was seid ihr eigentlich? – werden wir öfter gefragt. Ihr habt Gelübde und lebt mitten in der Welt wie alle anderen! Einige Antworten unserer Mitglieder: „Was mich an der Idee eines Säkularinstitutes fasziniert hat, ist dieses bewusste mitten in der Welt sein und gleichzeitig das bewusste in der Kirche sein“; „Begeisterung für das Evangelium und Interesse an der Welt“; „Wir sollten Grenzgängerinnen werden zwischen Himmel und Erde, wir wollen einen Gott erfahrbar machen, der den Menschen nahe ist“. Wir „Frohbotinnen“ sind nach dem Rat des Evangeliums bereit, einfach und solidarisch, verfügbar und ehelos zu leben. An der Option Jesu für die Armen und an den Rand Gedrängten orientieren wir unser Leben. Wir sind von der biblischen Hoffnung getragen, dass mehr Menschlichkeit und Gerechtigkeit möglich sind. Es sind die Zeichen der Zeit, die zu entschlüsseln sind, um in ihnen Gottes Handschrift zu entdecken. Wir stellen uns sehr bewusst in die Grundspannung von Weltverantwortung (radikalem Einsatz für Mensch und Schöpfung) und Gottesliebe (Vertrauen, dass der Mensch angenommen und getragen ist). Bis zum Zerreißen gespannt kann dieses Leben zwischen Freiheit und Bindung, zwischen Gelassenheit und Engagement, zwischen Kampf und Kontemplation, zwischen Mystik und Widerstand manchmal sein. Herausforderung und Infragestellung, aber noch mehr Programm und Zusage Gottes sind für uns die Schriftworte: „Der Geist des Herrn ruht auf mir, der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine Frohe Botschaft bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe“ Lk 4, 18f.). Dr. Karoline Artner, derzeit Leiterin