Ratschläge, wie das Weihnachtsfest „erwachsen“ wird
Ausgabe: 2000/49, Weihnachten, Feierform
05.12.2000
- Maria Haunschmidt
Rührselige Kinderweihnacht – passt das noch für die „Großen“? Wie wird Weihnachten „erwachsen“?
Um das in seiner Bedeutung zeitgemäßeWeihnachtsfest ging es bei einem Abend vom Ev. Bildungswerk Linz-Innere Stadt, gestaltet von Pfarrerin Mag.Christine Hubka und Pfarrer Mag. Christian Schumann aus Wien. Workshop-Teilnehmer aus der Eltern- und Großeltern-Generation bestätigten das Phänomen, dass Weihnachts-Gepflogenheiten selten mit dem Alter der Kinder „mitwachsen“. Im Gegenteil: Es zeigt sich, dass auch die „großen Kinder“ oft auf die hergebrachten Rituale pochen. Später fordern dann die Enkelkinder die ritualisierten Familien-Feierformen ein.
Also besteht keine Chance auf einen kleineren Christbaum und geruhsames Weihnachten ohne Geschenke? Doch: Veränderung ist immer möglich, z. B. durch Reflexion (siehe Kasten rechts oben), manchmal ist das Schönste ohnehin die Gemeinsamkeit ... oft wird Veränderung von außen aufgezwungen, z. B. wenn ein Partner stirbt und man wirklich allein ist. „Auch das geht. Selbst allein lässt sich schön feiern!“, relativierte Frau Eva aus ihrer Erfahrung diese tief sitzende Angst vor dem Alleinsein. Zum „Erwachsenwerden“ gehört, dass wir neben unseren inneren Bildern von Weihnachten – oft rührseligen, kitschigen, kommerzialisierten – uns mehr mit dem christlichen Weihnachtsgeschehen auseinandersetzen: der Hl. Nacht selbst, den einzelnen Krippenfiguren, den biblischen Geschichten, auch aus dem Alten Testament und dem ganzen Weihnachtsfestkreis. Beim Vergleich der Erwachsenen-Weihnachtsfeier und der Feier mit Kindern zeigte sich „die Rüschen sind weg! – so das treffende Resümee einer Dame für ein „Weihnachten ohne Glöckchenläuten“. Der Spannungsbogen verlagert sich mit wachsendem Alter von der Nachmittagsandacht und dem Christbaum in die Nacht hinein Richtung Christmette. Auch Musik hören und Friedhofsbesuch werden später viel wichtiger.
Feiern planen
Was ändert sich... mit Kindern – als Erwachsene? Kärtchen mit den Möglichkeiten für die familiäre Weihnachtsfeier (s. unten) nach Belieben der Reihe nach auflegen und reflektieren ... gemeinsam verändern, träumen, entstauben, ergänzen – alles ist erlaubt. Zuerst die Kinderweihnacht, dann zum Vergleich Erwachsenenfeier auflegen. (Zusätzliche leere Kärtchen zum Selberbeschriften bereit legen!)