Mitten im Advent – Zeit des Wartens, der Besinnung, des Hoffens – ein Sonntag der Freude (lat. gaudete: freut euch, seid fröhlich)? Dieses Warten meint nicht Unlust und Niedergeschlagenheit, sondern es birgt die Möglichkeit zur Freude: begründete Freude, weil Gott nahe ist. Gott ist in der Mitte Jerusalems, er ist Beschützer gegen jedes Unheil und jede Bedrohung. Gott ist wie ein Bräutigam, voll Liebe für seine Braut.
Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel! Freu dich, und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! Der Herr hat das Urteil gegen dich aufgehoben und deine Feinde zur Umkehr gezwungen. Der König Israels, der Herr, ist in deiner Mitte; du hast kein Unheil mehr zu fürchten. An jenem Tag wird man zu Jerusalem sagen: Fürchte dich nicht, Zion! Lass die Hände nicht sinken! Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der Rettung bringt. Er freut sich und jubelt über dich, er erneuert seine Liebe zu dir, er jubelt über dich und frohlockt, wie man frohlockt an einem Festtag.
2. Lesung – Phil 4, 4–7
ChristInnen erwarteten die Wiederkunft Christi damals noch zu ihren Lebzeiten – jeden Moment war damit zu rechnen. Paulus’ Aufruf zu selbstloser und sorgloser Freude ist von daher leichter zu verstehen. Im Glauben an die Erlösung in Christus entsteht jene dauerhafte Grundstimmung des Lebens, an der alle teilhaben sollen.
Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe. Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott. Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren.