Der Europäische Rat in Nizza befasste sich nicht nur mit der EU-Reform. Im Rahmen der „Sozialen Agenda“ beschloss der Rat auch die Ausarbeitung nationaler Aktionspläne gegen die Armut. Das nehme auch Österreich „in die Pflicht“, besonders weil „andere Staaten damit längst begonnen haben“, betonte Michaela Moser vom Europäischen Anti-Armuts-Netzwerk. Sie verweist auf das Beispiel Frankreichs, wo im Rahmen eines Dreijahresplanes Finanzmittel in der Höhe von 100 Milliarden Schilling für die Armutsbekämpfung zur Verfügung gestellt werden. „Der Erfolg solcher Aktionspläne steht und fällt mit der ganzheitlichen Sicht der Armutsproblematik“, betont Martin Schenk von der evangelischen Diakonie. In Österreich bestehe die Gefahr, Benachteiligte, wie kinderreiche Familien oder Behinderte, gegen andere Arme, wie Obdachlose, Suchtkranke oder Ausländer, auszuspielen.