Kirche will Menschen auf religiöser Suche ansprechen und einladen.
Ausgabe: 2000/50, Fastenzeit, Kirche,
12.12.2000
- Matthäus Fellinger
Einladender soll die Kirche werden. Und sie hat viele Orte, in die sie nur einzuladen braucht. In der Fastenzeit 2001 soll dies verstärkt geschehen.
Eine Gruppe von Menschen ist unterwegs durch die Einkaufs-Passagen in der Linzer Innenstadt, durch das in dieser Zeit hektische Treiben auf der Landstraße. Dann lädt sie die Begleiterin in eine der Kirchen der Innenstadt ein. Was ein Kirchenraum den Menschen von heute schenken kann, wurde in diesem Moment ohne jede Erklärung deutlich. Die Kirche pflegt und erhält „Heiligen Orte und Räume, damit die Menschen sich besser zurechtfinden können in der Landkarte des Lebens. Von Advent an, vor allem aber in der Fastenzeit 2001 lädt die Diözese Linz die Menschen in besonderer Weise ein, solche „Heilige Orte“ aufzusuchen. Ging es in der Fastenzeit des heurigen Jahres im Rahmen der Aktion „Geöffnet“ vor allem um das Gestalten „Heiliger Zeiten“, so sollen heuerdie „Heiligen Orte“ zum Sprechen kommen.
„Menschen suchen heute viele andere Orte auf ihrer Suche nach Lebensglück auf“, meint Stefan Schlager vom Organisations-Team, „dabei hätte ihre eigene Kirche so vieles anzubieten.“ Jeder Mensch hat sie in seiner Nähe. Er kann sie entdecken und auf sich wirken lassen.„Heilige Orte sind wie Knoten im Taschentuch“, meint Rektor Ernst Bräuer vom Bildungshaus Puchberg. „Sie erinnern in unserer Welt daran, dass es jenseits der Menschenwelt eine andere gibt, deren Größe und Schönheit alles in den Schatten stellt, was wir kennen.“ Die Pfarren wurden eingeladen, ihre Heiligen Orte und Räume zu sichten und einladend zu gestalten, sie in der Fastenzeit auch offen zu halten. In der letzten Märzwoche sollen in der ganzen Diözese in den kirchlichen Einrichtungen keine Arbeitssitzungen stattfinden. Die „geöffneten Räume“ sollen so noch bewusster erlebt werden – bei Kirchenführungen, Anbetungsstunden und anderem mehr.