Ein gar nicht so turbulenter Einstieg wie vorausgesagt, ein sehr nachdenklicher Ausstieg – dazwischen das Jahr 2000. Dass so viele Menschen gerade in Oberösterreich durch das Unglück von Kaprun vom 11. November wie aus heiterem Himmel von Leid getroffen wurden, ist noch immer in frischer Erinnerung. Es macht deutlich, worauf es wirklich ankommt – und wozu Kirche da sein soll.
Kirche ist in einer Phase der Umgestaltung. Wohin? Zu den Sorgen, und Anliegen der Menschen. Wenn in diesem Jahr etwa die Katholische Jugend neu organisiert wurde, so will sie damit der Jugend wirklich näher kommen. Nach Kritik am Caritas-Behindertenheim St. Pius im Frühling hat sich die Leitung sehr ernst die Frage nach einer zeitgemäßen Gestaltung der Hilfe für Behinderte gestellt. Strukturwandel zu Gunsten Benachteiligter ist ist das Ziel. Schritt für Schritt soll es gehen. Einzelne Schritte für sich sind unspelktakulär, zusammen ergeben sie aber einen Weg mit erkennbarer Richtung.
Ein zweites Beispiel: Zu Ostern 2000 beschäftigte ein politischer Streit um das Kreuz in öffentlichen Gebäuden Medien und Parteien. Das Kreuz bleibt neben dem Bundespräsidenten in den Schulen – wie weit es auch in den Herzen der Kinder und Jugendlichen Platz findet, wird nicht so leicht zu bewerkstelligen sein.
Rückgespiegelt:
Pastoralrat und Priesterrat haben sich heuer ausführlich mit der künftigen Struktur und den seelsorglichen Leitlinien beschäftigt. Für eine gute Information der Kirchenmitglieder wurde ein Kommunikationskonzept beschlossen. Die Diözese hat als einen der ersten Schritte ihre Präsenz im Internet massiv verstärkt.
Das Sparprogramm der Diözese läuft bis jetzt nach Plan. Es kann auch heuer ausgeglichen bilanziert werden. Als erste Diözese in Österreich hat Linz im September einen Kollektivvertrag mit der Dienstnehmervertretung für Kirchenangestellte beschlossen, um langfristig die Leistungen der Kirche für die Menschen abzusichern.
Rückgespiegelt:
Eine Geburtsglocke wurde in der Glockengießerei St. Florian in der Silvesternacht 1999/2000 gegossen– als Symbol zum Einläuten des neuen Jahrtausends.
Das erste Linzer Religionsgespräch führte am 20. Jänner Vertreter der vier großen Weltreligionen in der Linzer Theologischen Hochschule zusammen.
Heftige Turbulenzen gab es im Februar nach einem Demonstrationsaufruf der Katholischen Aktion anlässlich der Bildung der neuen Bundesregierung. Nach heftigen Protesten wurde der Aufruf zurückgezogen.
Seinen Rücktritt nach 18 Jahren als Geistlicher Assistent der Katholischen Aktion hat Rektor Ernst Bräuer in einem Interview in der Kirchenzeitung am 24. Februar angekündigt. Sein Nachfolger wurde Dr. Markus Schlagnitweit.
49 Pfarren haben sich an den angebotenen „Exerzitien für Einsteiger/innen“ der Kirchenzeitung in der Fastenzeit beteiligt.
Einen tollen Start in die Sommerferien erlebten 1600 Kinder beim „Mosaik“, dem Ferienlager der Katholischen Jungschar in Vöcklabruck.
Hochkarätige Treffen gab es im April auf oberösterreichischem Boden. Im Stift Reichersberg fühlten sich Österreichs Bischöfe bei ihrer Frühjahrsversammlung wohl. Im Bildungshaus Schloss Puchberg trafen einander 60 Benediktineräbte zu der weltweit bedeutendsten Benediktinerkonferenz.
Zwei Weltpriester und vier Ordenspriester erhielten heuer die Weihe. Zum Dienst als Pastoralassistent/innen und Jugendleiter/innen wurden 14 Männer und Frauen beauftragt. Dazu kamen noch 32 neue Religionslehrkräfte.
Die Nacht vom 12. auf 13. Februar verbrachten rund 50 Jugendliche im Pfarrheim Altheim bei der von den Innviertler Dekanaten veranstalteten „Nacht der Jugend“. Für die Beteiligten war es ein eindrucksvolles Erlebnis.
In die Heimat Marcel Callos, des französischen Märtyrers von Mauthausen/Gusen, führte Bischof Maximilian Aichern eine Delegation. In Rennes wurde die Reisegruppe von Familienangehörigen und Freunden Callos empfangen.
Ökumene steht in Oberösterreich auf gutem Boden. Zwei ökumenische Reisen dokumentieren das. Bischof Aichern und Superintendent Eichmeyer segneten im Mai in Mostar das Haus der Begegnung, das mit Hilfe der oberösterreichischen Kirchen errichtet wurde.
Nach Irland führte die ökumenische Reise der Kirchenzeitung im heurigen Jahr. Das Land befindet sich in einer heiklen Phase der Versöhnung. Über weitere Diözesanreisen, die unter dem Leitmotiv des „Heiligen Jahres 2000“ standen, berichten wir in der nächsten Ausgabe.