Aus über 30 Einsendungen zur Schreibwerkstatt „Generationen erzählen“ bringen wir hier und auf Seite 20 Auszüge aus den eingesandten Werken.
Familie Haberler aus Hörsching hat sich mit vier Generationen zu Wort gemeldet: Vom Großvater bis zum Urenkerl gab´s eine kurze Stellungnahme. Abschließend kam der Familienrat zu folgendem Resümee:
Der Advent war früher sicher mehr religiös geprägt, besonders auf dem Land. Werbung gab es kaum. Die Kinder konnten so viel intensiver Advent und Weihnachten erleben. Die emotionelle Seite kam auf ihre Kosten, die Kinder lernten die Stille kennen. Heute werden auch religiöse Werte verwendet, aber nur so weit sie die Wirtschaft vermarkten kann. Begriffe wie Freude machen, Schenken, Weihnachten werden sinnentwertet. Man hat es heute schwer, den Kindern den Sinn des Festes nahe zu bringen, da so viel von außen auf sie einströmt. Und doch sollte man den Mut nicht verlieren, denn der Mensch hat eigentlich Sehnsucht nach diesen Werten und viele Familien bemühen sich, Advent und Weihnachten sinnvoll zu gestalten.
Weihnachten – das ist auch der Tag, an dem das Allein-Sein, die Einsamkeit besonders weh tut. Hans Dieter Mairinger hat diese Erfahrung vieler Menschen poetisch verarbeitet:
I bi gaunz alla I bi gaunz allaund hab kan Menschndem i was schenkn kunntz’Weihnachten.Net amal a Katz hab i oda an Hund, dem i a Freid machn kunnt. Da anzige,der was mit mir was redt,des is da Brokalim Fernsehn, – er griaßt mi,er dazöhlt ma was, und er tut si sogarwieda verabschiedn,wauna geht, er is a sehr freindlicha Mensch, da Brokal im Fernsehen,awa was soill i dem schau schenknz`Weihnachten. Ibi gaunz allaund hab kan Menschn, dem i was schenkn kunnt z’Weihnachten. (Aus: H. D. Mairinger, Fröhliche Weihnacht überall ...?!“)
Agnes Schwarzenberger aus Gutau – sie ist 12 Jahre alt – hat uns ein Gedicht geschickt, die letzten Zeilen handeln vom Weihnachtsabend und einer Einladung ...?
Die Eltern gehen sehr bald in den Stall und anschließend wird geräuchert, auf jeden Fall es stimmt uns ein und in die Stube darf keiner mehr rein. Ganz was Besonderes liegt in der Luft, diese Atmosphäre, dieser Duft! – Dann wird die Festtagsjause verspeist und gebetet und gesungen meist. Und plötzlich ganz zart und leise hören wir eine Glockenweise.Klingelingeling – wir öffnen die Türe zur Stube geschwind. Papa liest das Weihnachtsevangelium vor und wir antworten: „Stille Nacht im Chor“. Wer dies nicht glaubt, der komme sodann, nach Schöpferhof 15 am 24. dann.
Wollen wir hoffen, dass unsere Leser/innen nicht die Probe aufs Exempel machen und am Heiligen Abend bei Schwarzenbergers klingeln!