„Ich kann es mir auf Grund der Familiensituation leisten, nur 30 Stunden zu arbeiten. 40 Stunden würde ich das nicht aushalten.“ So berichtete eine Verkäuferin bei einer Veranstaltung im Betriebsseminar Linz. Ein Industriearbeiter meinte: „Der Stress ist enorm. Ich weiß nicht, ob ich das Ganze – auch mit dem Lärm und der Hitze noch die 17 Jahre bis zur Pension durchhalte.“„Wie geht’s dir in der Arbeit?“ Das ist eine der wichtigen Fragen in der Arbeiterseelsorge. Zur Sprache kam dieses Thema anlässlich der Präsentation eines Buches über Studienergebnissen aus der Arbeitswelt am 12. Dezember im Betriebsseminar in Linz. Dr. Hermann Denz und Mag. Regina Polak stellten Teile aus dem Buch zur Wertewandel-Untersuchung vor („Die Konfliktgesellschaft“), an der sie mit Paul M. Zulehner und anderen mitwirkten (KIZ Nr. 24/2000).
Eine Frau aus der Krankenpflege, eine Verkäuferin und ein Arbeiterin der Instandhaltung in einem großen Industriebetrieb berichteten über steigendes Arbeitstempo. Auch in der Krankenpflege steigen die Anforderungen. Mehr Patienten sind in kürzerer Zeit zu betreuen. Der administrative Aufwand wird mehr. Urlaub und Zeitausgleich scheitert zunehmend am Personalmangel.Andererseits ist den Menschen die Arbeit wichtig. Sie berichten von einer hohen Motivation und Identifikation.