Die Grundlage der evangelisch-katholischen Beziehungen in Österreich liegt darin, dass „wir uns gegenseitig respektvoll als Kirchen annehmen, gemäß unserem jeweiligem Verständnis“. Dies betont Kardinal Schönborn in seiner Antwort auf das Schreiben der evangelischen Kirche von Anfang Dezember. Darin war die Belastung des evangelisch-katholischen Miteinanders ausgesprochen und die römisch-katholische Seite gebeten worden, auf einige grundlegende Fragen einzugehen, um die „Geschäftsgrundlage“ der evangelisch-katholischen Beziehungen zu klären. Das Dokument der Glaubenskongregation „Dominus Iesus“ sowie der Brief Ratzingers an die Bischofskonferenzen, wonach u. a. die reformatorischen Kirchen nur als „kirchliche Gemeinschaften“ zu bezeichnen wären, haben innerhalb der evangelischen Kirchen Österreichs für Irritation und Kritik gesorgt. Zudem war es wegen des nicht ökumenisch gestalteten Trauergottesdienstes für die Opfer von Kaprun im Salzburger Dom zu teilweise bitteren Reaktionen gekommen.Begrüßt wurde von evangelischer Seite die Ankündigung Schönborns, dass er für (22.) Jänner zu einem Gespräch der Kirchen einlade, an dem auch Bischof Walter Kasper, Sekretär des Päpstlichen Einheitsrates, teilnehmen werde.