Mundharmonika-Weltmeisterin Maria Wolfsberger ging nach Taizé
Ausgabe: 2001/02, Mundharmonika, Taize
09.01.2001
- Hans Baumgartner
Zweimal war Maria Wolfsberger Mundharmonika-Weltmeisterin. Sie war eine gefragte Instrumentallehrerin und Chorleiterin. Seit Anfang Dezember lebt sie in Taizé.
„Ich habe nicht geglaubt, dass das mir passieren wird“, sagt Maria Wolfsberger. Mit Adventbeginn hat sie ihren Beruf als Musikschullehrerin und ihre Arbeit als Kirchenmusikverantwortliche im Kloster Liefering (Salzburg) an den Nagel gehängt, um für ein Jahr nach Taizé zu gehen. Sie wird dort in der ökumenischen Commauté der Brüder und der katholischen Schwesterngemeinschaft von St. André mitleben und mitarbeiten. Einfach war für sie dieser Schritt nicht. „Da hat sich einiges in mir abgespielt, bis ich zu diesem Plan, der mich seit zwei Jahren immer wieder beschäftigt hat, ja sagen konnte. Momentan spüre ich eine starke innere Stimme, die sagt, es ist richtig für mich.“ Sie wisse aber auch um das Risiko, das sie damit eingehe, sagt Maria Wolfsberger. „Ich verlasse eine Lebensbahn, auf der ich mich wohlgefühlt habe, meine Arbeit, meine Freunde, meine Konzerttätigkeit (noch am Abend vor der Abreise spielte sie im Radiokulturhaus). Ich denke, ich werde Erfahrungen machen, die für mich bedeutsam sind und die ich ohne diesen Schritt nicht haben kann. Wo dieser Weg hinführt, ist für mich noch sehr offen.“ Aber Maria Wolfsberger ahnt, „nichts wird mehr so sein wie früher“.
Der Weg nach Taizé begann für Maria Wolfsberger mit einem Videofilm im Religionsunterricht. Nach der Matura fuhr sie erstmals für eine Woche in diesen kleinen französischen Ort, der durch den Geist der ökumenischen Brüdergemeinschaft zu einem weltweiten Magnet für junge (und auch ältere) Menschen geworden ist. Seither war sie acht Mal dort, die Aufenthalte wurden immer länger; zuletzt verbrachte sie dort ihre ganzen Ferien.
Was Maria Wolfsberger an Taizé fasziniert: Die offene Atmosphäre, mit der sich hier Menschen verschiedener Kulturen und Konfessionen begegnen – mit Respekt und mit der Bereitschaft, voneinander zu lernen. Von Mal zu Mal mehr bedeutete für sie die Erfahrung des gemeinsamen Betens, Singens und Feierns der Liturgie. Hier habe sie begriffen, dass Gemeinschaft ganz wesentlich zum christlichen Glauben gehöre. Taizé erschloss ihr auch einen neuen Zugang zur Bibel und „Hand in Hand damit lernte ich auch, über meinen Glauben zu sprechen“. Sie freue sich auf die Gemeinschaft, das geistliche Leben, das praktische Mitarbeiten und auf den gemeinsamen Weg mit ihrer Kontaktschwester, die sie begleiten wird.
Zur Sache:
Die Berufung im Gespräch
Die im Anschluss an den „Dialog für Österreich“ eingerichtete Projektgruppe „Geistliche Berufe“ hat ihren Abschlussbericht vorgelegt. Die Bischofskonferenz nahm ihn bei einem Studientag im November zur Kenntnis. Rechtzeitig zur Österreichischen Pastoraltagung zum Thema „Alle sind Berufene“ (11. bis 13. 1.) wird er vom Pastoralinstitut veröffentlicht. Der Bericht befasst sich mit folgenden drei Themenbereichen: 1. Aus der Taufe leben. Dabei geht es um das Verständnis des christlichen Lebens als Berufung in die Nachfolge Jesu. Tauf- und Firmberufung sollen vertieft werden. 2. Erneuerung der Lebens- und Glaubenskultur von „Geistlichen Berufen“. Der Text gibt Anregungen zur Wahrnehmung der Situation und Impulse für ein Gelingen des Lebens und ZusammenLebens von Menschen in „Geistlichen Berufen“. Darüber hinaus werden auch alle Gläubigen angefragt, ob in ihrer Glaubens- und Lebenskultur Christus spürbar wird. Es werden Anregungen gegeben, wie das Miteinander in den Pfarren und kirchlichen Gemeinschaften zu gestalten ist, dass es den verschiedenen Berufungen dienlich ist. 3. Netzwerk für Berufung. Damit die verschiedenen Berufungen (auch neue!) entdeckt und gefördert werden, schlägt die Projektgruppe die Schaffung von Netzwerken in den Diözesen vor. In einem weiteren Kapitel werden offene Fragen, die weltkirchlicher Lösungen bedürfen, genannt: die Verbindung von Priestertum und Zölibat, die Weihe von „viri probati“, das Frauendiakonat.
Text Berufungspastoral: ÖPI, Stephansplatz 3/3, 1010 Wien, Tel. 01/51 5 52-3751, Fax: -3755Information über Berufungspastoral: Maria Regina Strugholtz, Wilhelm-Greil-Str. 7, 6020 Innsbruck, Tel. 0512/59 8 47-154